Zusammenfassung der Bestands- und Bedarfsanalyse der Kreativwirtschaft in Spandau

Zusammenfassung der Bestands- und Bedarfsanalyse der Kreativwirtschaft in Spandau

Die Kultur- und Kreativwirtschaft hat im Zuge des wirtschaftlichen Restrukurierungsprozesses ein erhebliches Potenzial im Kontext der Wirtschafts-, aber auch Stadt- und Quartiersentwicklung. Begründet durch die Wiedervereinigung und den im Zuge der Globalisierung steigenden Wettbewerb zwischen den Metropolen, verläuft insbesondere in Berlin der Transformationsprozess vom Industriestandort hin zu einer dienstleistungsorientierten Metropole enorm schnell.

Kreative Dienstleistungen und weiche Standortfaktoren gewinnen eine zunehmende Bedeutung, wozu auch das Angebot an Kunst und Kultur zählt. Dementsprechend ergeben sich aus der Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft nicht nur Wachstumseffekte aus der Branche selbst, sondern auch Wachstumsimpulse für weitere Sektoren der Wissensökonomie. Daher wird auch seitens der Stadt Berlin folgendermaßen argumentiert:

„Die Dichte von Akteurinnen und Akteuren der Kultur- und Kreativwirtschaft (als Teil des tertiären Sektors), aber auch die soziokulturellen Netzwerke einer Stadt, stellen damit einen wesentlichen Baustein für die Wettbewerbsfähigkeit Berlins dar “ (Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen 2008, S. 102).

Diese Annahme kann problemlos auf lokale Ebene übertragen werden und wird im weiteren Verlauf der Ausführungen als Leitmotiv für den Bezirk Spandau verfolgt und stellte ein Grund für die Durchführung der ersten Bestands- und Bedarfsanalyse der Kreativwirtschaft in Spandau dar.

Download Bestands- und Bedarfsanalyse der Kreativwirtschaft in Spandau (2012)

Mit der 2012 durchgeführten „Bestands- und Bedarfsanalyse der Kreativwirtschaft in Spandau“ lässt sich ein erstes nachvollziehbares Abbild der Kreativunternehmer/innen in Spandau skizzieren. Ziel der Studie war die Erhebung der Daten bzw. Bedarfe der Akteure der Kreativwirtschaft Spandaus.

Insgesamt sind 570 Unternehmen der Kreativwirtschaft in Spandau ansässig. In Bezug auf die Unternehmenszahlen liegt der Schwerpunkt liegt in den Teilmärkten Architekturmarkt, Designwirtschaft, Werbemarkt, Kunstmarkt und Musikwirtschaft mit insgesamt fast 370 Unternehmen. Über 75 % der Unternehmen sind selbstständige Einzelunternehmer und Freiberufler mit Umsätzen bis zu 50.000 €. Zentrale Probleme bei der Umsetzung ihrer Geschäftsideen sehen die Unternehmen insbesondere bei der Projekt- und Auftragsakquise, Vermarktung der Produkte und dem Auffinden geeigneter Räumlichkeiten. Die Unternehmer/Innen haben tendenziell eher eine lokale bzw. regionale Orientierung und sind jedoch kaum in lokalen Netzwerken aktiv. Die fehlende strategische Organisation zeigt sich auch in der geringen Wahrnehmung und Sichtbarkeit dieser Branche in Spandau.

Auf Grundlage der Ergebnisse der Studie ergeben sich damit drei zentrale Handlungsfelder, wie sie im Rahmen der Projektumsetzung „Implementierung eines Netzwerks der Spandauer Kreativwirtschaft“ zielgerichtet umgesetzt werden:

  • Sichtbarkeit & Standortimage,
  • Netzwerke und
  • Gemeinsame Orte